Neues Forschungsergebnis zum Thema Wirtschaftsaufschwung und Aufrüstung:
Wird durch hohe Ausgaben für Verteidigung und Aufrüstung ein Wirtschaftsaufschwung erzeugt?
Die Uni Mannheim hat am 30.6.2025 eine Studie veröffentlicht, die untersucht, welche wirtschaftlichen Effekte durch erhöhte Verteidigungsausgaben/Aufrüstung zu erwarten sind. (27 Seiten)
Dabei kommen Ineffizienzen und Übergewinne in den Blick. In der aktuellen Situation steigern zusätzliche staatliche Rüstungsausgaben kaum die Produktion, sondern landen hauptsächlich als höhere Dividendenzahlungen in den Taschen der Eigentümer der Rüstungsunternehmen.
https://www.uni-mannheim.de/newsroom/presse/pressemitteilungen/2025/juni/ruestung-ohne-rendite
Ganz ähnlich auch hier:
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10165
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/wachstumsversprechen-durch-ruestungsausgaben/
Arno Neuber, 22.04.2026: „Rente reicht nicht“

Ende 2025 stellte die EZB-Präsidentin Christine Lagarde fest, dass „erhebliche Unsicherheit“ darüber bestehe, „wie stark sich höhere Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben auf Produktion und Inflation auswirken“. Die vielfach beschworenen Effekte eines „Militärkeynesianismus“ gibt es in Wirklichkeit nicht.
Im zivilen Bereich herrscht Ebbe, im militärischen Bereich Flut an Investitionen. Monitor, WDR, 18. November 2025
Arno Neuber, 13.09.2025: „Hinten anstellen“

Umschichtung aller verfügbaren materiellen Ressourcen weg von der Kriegsproduktion hin zur arbeitenden Bevölkerung
Die „National Union of Rail, Maritime and Transport Workers (RMT)“, die größte Bahn- und Transportgewerkschaft in Großbritannien und die „Campaign for Nuclear Disarmament (CND)“ haben im Mai 2025 eine Denkschrift mit dem Titel “Alternative Defence Review“ veröffentlicht; bei diesem Papier handelt es sich um ein Gegenmodell zur „Strategic Defence Review“, dem zentralen außen- und militärpolitischen Strategiepapier der britischen Regierung. Die Alternative Defence Review hat zu einem Kurswechsel der britischen Gewerkschaften beigetragen, die kurz nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs noch in der Mehrheit den Aufrüstungskurs der damaligen Regierung von Premierminister Boris Johnson unterstützten, inzwischen aber entschlossen gegen die Umschichtung aller verfügbaren materiellen Ressourcen weg von der arbeitenden Bevölkerung hin zur Kriegsproduktion kämpfen.
Franklin D. Roosevelt forderte im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs hohe Steuern auf „excess profits“ (so etwa: Übergewinne) und warnte, niemand solle sich durch Krieg bereichern.
Auch Dwight D. Eisenhower warnte im Jahr 1953: „Jede hergestellte Waffe, jedes vom Stapel gelassene Kriegsschiff, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an jenen, die hungern und nicht gespeist werden, an jenen, die frieren und nicht gekleidet werden.“ Die Erkenntnis gilt heute mehr denn je: Jeder für Waffen ausgegebene Euro ist ein Diebstahl an der Zukunft – an besseren Schulen, Krankenhäusern, Klimaschutz und sozialer Sicherheit. Es ist ein Diebstahl am Genie unserer Wissenschaftler und an den Hoffnungen unserer Kinder, die eine lebenswerte Zukunft verdienen.
Julian Rossmann, Friedrich-Ebert-Stiftung, 16.12.2025