Oktober 1930: Manifest gegen die Wehrpflicht und die militärische Ausbildung der Jugend (von Thomas Mann, Sigmund Freud, Selma Lagerlöf, Stefan Zweig u. a.)

„Die Wehrpflicht liefert die Einzelpersönlichkeit dem Militarismus aus. Sie ist eine Form der Knechtschaft. Militärische Ausbildung ist die Schulung von Körper und Geist in der Kunst des Tötens. Militärische Ausbildung ist Erziehung zum Kriege. Sie ist die Verewigung des Kriegsgeistes.“

„In dieser Abschaffung der Wehrpflicht spiegelt sich ein weltgeschichtlicher Lernprozess, nämlich die auf den Schlachtfeldern und in den Kellern des Zweiten Weltkrieges gewachsene Einsicht, dass diese mörderische Form der Gewaltausübung menschenunwürdig ist – auch wenn dieses einstweilen letzte Mittel zur Lösung internationaler Konflikte, gewiss, politisch nur Schritt um Schritt abgeschafft werden kann. Mich erschreckt, von welchen Seiten die deutsche Regierung, die sich nun zu einer beispiellosen Aufrüstung des Landes anschickt, gedankenlos oder gar ausdrücklich mit dem Ziel der Wiederbelebung einer zu Recht überwunden geglaubten militärischen Mentalität unterstützt wird.“
Jürgen Habermas, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. (1929 – 2026), am 21. März 2025 in der Süddeutschen Zeitung
Eine aktualisierte Fassung des Manifestes kann auch heute noch unterzeichnet werden.
„Wir wollen jeden dazu ermutigen, sich vom Militärsystem zu emanzipieren.“