Wie sich damals die Kriegsvorbereitungs-Logik selbst ad absurdum führte.
1983 sollte ein Ausweis in Deutsch/Englisch/Russisch die Kasseler Krankenhausbediensteten vor Feind und Bombe schützen. Aber weder damals noch heute gibt es Bomben mit Passbild-Lese-Elektronik. Deshalb ist eine andere Interpretation viel wahrscheinlicher: Der Ausweis sollte bei den Bediensteten den Eindruck erwecken, ein nächster Krieg werde konventionell, also nicht atomar geführt.
Der Amtsleiter der Allgemeinen Polizeibehörde, Kurt Freitag, reagierte verwundert. Und der Verwaltungsdirekter der damaligen Städtischen Kliniken, der Leitende Magistratsdirektor Karl Walper, zog sein Anordnungssonder-Rundschreiben sechseinhalb Monate später kommentarlos zurück. Die Bediensteten fühlten sich nicht geschützt, sondern verschaukelt.
Falls die militärische Metapher erlaubt sein sollte: das ganze war ein Rohrkrepierer.